Zusammenleben - Wohnen

Zusammenleben - Wohnen

Wir stellen fest

Zahlreich sind die Symptome von gestörten Sozialbeziehungen:

  • Soziale Randgruppen (Betagte, Invalide, Pflegebedürftige) werden aus dem täglichen Leen abgeschoben und der staatlichen Fürsorge überantwortet.
  • Privater Wohnungsstandard gilt als wichtigstes Kriterium bei der Beurteilung von Wohnqualität.
  • Der Zeitaufwand für Beruf und damit verbundene Pendlerfahrten lässt wenig Raum fürs häusliche Leben.
  • Autogerechte Hauszufahrten bieten ungenügende Sicherheit für spielende Kinder und wenig Gelegenheit zu sozialem Lernen.
  • Spontaner Wechsel zwischen Privatbereich und öffentlicher Sphäre (Umgebung) scheitert an der Öde der nichtprivaten Außenräume.
  • Die Vielfalt sozialer Erlebnisse nimmt ebenso ab, wie die Ermunterung zu entspannender körperlicher Tätigkeit.

Wir stellen einen zunehmenden Zentralismus fest: städtische Ballungszentren mit Wohnblöcken, Bürosilos, Schulzentren, riesige Krankenhäuser, Einkaufsstädte, Schlafstädte; die verschiedenen Funktionen wie Leben, Spielen, Arbeiten, Güterverkehr usw. sind stark voneinander getrennt. Ebenso getrennt sind meistens die Bewohner voneinander. Es gibt kaum Kontaktflächen mehr, auf denen man einander näher kommt. (Und andererseits sind die Wohnungen manchmal so schlecht gegen Lärm isoliert, dass man nirgends einen Ort zum Sich-Zurückziehen findet.)

Weitere Zeichen eines um sich greifenden Zentralismus: kleine Einkaufläden gehen ein, Bezirksgerichte und Landschulen werden aufgelassen.

Große Städte schaffen Schwierigkeiten: riesige Versorgungssysteme, Verbrechen, Stre

Wir sind überzeugt:

Wohn- und Siedlungsformen tragen dazu bei, ein funktionierendes soziales Leen zu gewährleisten.

Ziel sollte sein, die zwischenmenschliche Verständigung, die gegenseitige Hilfsbereitschaft und die Beteiligung aller Gruppen am alltäglichen, gesellschaftlichen Leben zu fördern.

Kleine Netze sind alternative Formen des Familienverbandes. Gegenüber der Kleinfamilie sind sie in der Lage, soziale Basisdienste zu übernehmen, wie die Betreuung von Älteren, Kindern und Pflegepersonen.

Gemeinschaftseinrichtungen verstärken die Kontakte, sichern die Versorgung (Kindergarten etc.)

Arbeitsplätze verschiedenster Natur können in großen Wohnräumen angesiedelt werden: abgesehen von Personal in Lebensmittelläden vor allem handwerkliche Betriebe für Reparaturen.

Wir sind bereit

und streben an, gemeinsamer und kooperativer zu leben. Wir sind deshalb bereit, Wohnraum für Gemeinschaftszwecke zur Verfügung zu stellen, damit wir weniger isoliert sind und unser Lebensraum reichhaltiger wird.

Wir sind bereit, gezielt Leute ins Haus einzuladen.

Wir sind bereit, die Einrichtung von Gemeinschaftsanlagen zu unterstützen, wie Waschküche, Tiefkühlanlage, Trockenraum, Werkstätte.

Wir sind bereit, Parkflächen in und um Wohnblocks als Spielraum für Kinder und für Grünflächen zur Verfügung zu stellen.

Wir sind bereit, neue Modelle des Zusammenlebens, der Architektur, der politischen Entscheidungsformen zu suchen.

Wir sind bereit, auf Perfektion und überhöhten technischen Standard im Bereich Schule, Krankenhaus und Haushalt zu verzichten.

Wir sind bereit, uns bei der Entscheidungsbildung auf lokaler Ebene (Bezirk) aktiv zu beteiligen.

Wir fordern

Anstrengungen in der Erziehung zur Solidarität und ein Akzeptieren neuer Formen des Zusammenlebens.

Maßnahmen zur Sozialisierung von schwer geschädigten Menschen – zur Wertschätzung des menschlichen Lebens und nicht nur der menschlichen Arbeitskraft.

Staatlich garantierte Freiräume bei den Experimenten für neue Formen des schulischen Lernens und des Zusammenlebens.

Das Wirtschaftsleben außerhalb der Großstädte, in Kleinstädten und Dörfern anzukurbeln.

Verbot des Baues von Supermärkten.

Aufwertung der überschaubaren (kleinen) Strukturen: Bezirk, Dorf, Viertel.