Gesundheit – Ernährung

Gesundheit – Ernährung

Wir stellen fest

Die letzten Jahrzehnte haben der technisch orientierten Medizin und der chemisch-pharmazeutischen Therapie ungeahnte Fortschritte gebracht. Gleichzeitig erfolgte eine Umschichtung der Erkrankungen und der Ursachen, die sie entstehen lassen. Während Infektionskrankheiten heute weitgehend beherrschbar sind, treten vermehrt degenerative Erkrankungen auf, wie Krebs, Rheuma, Kreislauferkrankungen und deren Folgen Hochdruck, Herzinfarkt, Hirnschlag, die langes Siechtum verursachen und schwer auszuheilen sind. Diesen Krankheiten hat die moderne Medizin wenig Effizientes entgegenzusetzen, wenn sie einmal voll ausgebrochen sind.

Die neuen Plagen unserer Zeit haben Pest und Tuberkulose abgelöst und treten uns in Form von Fehlernährung, Umweltverschmutzung, Stress und Entfremdung entgegen. Auf Grund dieser Faktoren entstehen die mannigfaltigen Erkrankungen unserer Zeit, die zu verhindern sinnvoller wäre als gelassen auf ihren Ausbruch zu waren durch sogenannte Gesundenuntersuchungen, um sie dann symptomatisch und aufwendig zu bekämpfen.

Durch das Vertrauen, das die Menschen heutzutage der Medizin entgegenbringen, erlangt diese eine außerordentliche Macht über sie. Oft verstärken Ärzte diesen Zustand, indem sie sich paternalistisch verhalten, forsch mit den Patienten umgehen, manchmal mit den Patienten wie Lausbuben schimpfen.

Im Spital wird der eigene Körper enteignet; der Patient wird über seine Krankheit und seine Pflege nicht informiert, wird in seinen Heilungsprozess kaum einbezogen und nicht um seine Meinung gefragt. Der Kranke ist eine Nummer, ein Säugling, oder ein anmaßender Dummkopf, wenn er es jemals wagen sollte, Fragen zu stellen oder gar seine Meinung zu sagen.

Der Gebrauch von Medikamenten ist übermäßig. Der Arzt spielt die Rolle des Apothekers ist großteils Arzneimittelverschreiber.

Die Zivilisationskrankheiten haben neben der immer mehr zunehmenden Umwelt- verschmutzung ihre Hauptgründe in der schlechten Qualität der modernen Nahrungs- mittel und der Unwissenheit der Menschen auf dem Gebiet der Ernährung. Die Krankheiten entstehen aufgrund übermäßiger und gleichzeitig unausgeglichener Ernährung. Der Großteil der Menschen in den hochindustrialisierten Ländern hat die Erkenntnis verloren, dass sie als Lebewesen von den biologischen und ökologischen Gesetzmäßigkeiten dieses Planeten abhängig sein, dass sie neben Sauerstoff zum Atmen eine Reihe von Vitalstoffen zum Leben brauchen. Als Ernährung nimmt der Zivilisationsbürger aber großteils denaturierte, plastikverpackte, mit Hormonen und Antibiotika, sowie Resten von Insektiziden angereicherte Nahrungsmittel zu sich und statt pflanzlichem Eiweiß fast nur tierische Produkte aus Intensivzucht.

Das Ziel der Nahrungsmittelindustrie und der Landwirtschaft im Dienste der chemischen Industrie ist nicht mehr, das Ernährungsproblem zu lösen, sondern ihre eigenen Kassen zu füllen, indem sie den Konsumenten mit allen möglichen Mitteln, inklusive manipulativer und irreführender Werbung, das Geld aus der Tasche zieht, mit einem Wort, dem Profit nachläuft.

Wir sind bereit

Zum Umdenken bei der Ernährung.

Wir korrigieren Fehlernährung und verhindern Überernährung aus Eigenschutz, Eigennutz und Solidarität mit den hungernden Völkern.

Wir sind bereit, unseren Fleischkonsum einzuschränken, weil wir damit die globale Ernährungssituation etwas entlasten können (siehe Bereich Konsum). Wir ernähren uns bewusst aus einfachen und vorwiegende biologisch gezogenen Lebensmitteln aus nicht überdüngten, giftbesprühten, mit Hormonen und Antibiotika angereicherten landwirtschaftlichen Produkten. Solche Produkte wollen wir nach Möglichkeit in direktem Kontakt mit biologischen Bauern und Gärtnern beziehen – falls wir nicht selber einen eigenen Garten bestellen können. Gerade für einen Stadtbewohner und Kopfarbeiter wäre ein gemeinschaftlicher Gartenanbau auch der besseren Kommuni-kation und für den körperlichen Ausgleich förderlich.

Wir ernähren uns vornehmlich von Produkten aus der Nachbarschaft, die erzeugt werden in überschaubaren Systemen von Information, Produktion und Konsum.

Wir sind bereit, den Konsum von Genuss- und Suchtmitteln, wie Kaffee, Zigaretten, Süßigkeiten, Alkoholika etc. systematisch einzuschränken, weil wir damit unseren Gesundheit einen guten Dienst erweisen und außerdem Geld, Zeit und Energie für nützlichere Dinge einsparen.

Wir sind bereit, für unsere Gesundheit selber die Verantwortung zu übernehmen, und uns nicht blindlings den Ärzten, Ambulatorien und Spitälern zu unterwerfen. Wir wollen über die Auswirkungen von Medikamenten, Therapien und medizinischen Eingriffen informiert werden und selber mitentscheiden.

Wir sind geneigt, solche Ärzte zu konsultieren, die mit dem Ratsuchenden offen sprechen, ihre Machtposition nicht missbrauchen, den Patienten in die Therapie aktiv einbeziehen und Antibiotika nicht mit Kräutertee verwechseln.

Wir sind überzeugt

Den Begleitphänomenen des technischen Fortschritts, Fehlernährung, Umweltver- schmutzung, Stress in der Schule am Arbeitsweg, am Arbeitsplatz, Entfremdung und Frustration in vielen sozialen Beziehungen wie in Familie oder Arbeit steht die moderne Medizin mit ihren aufwendigen personellen und apparativen Einrichtungen gegenüber. Doch wäre ein Großteil der oben angeführten Erkrankungen besser durch gesundheitserhaltende Lebensführung zu verhindern statt sie mit aufwendigen Methoden, wie Laborchemie, Röntgenkontrast, Isotopen, Scanning, etc. zu diagnostizieren und dann mit noch aufwendigeren Methoden wie Operation, Bestrahlung und Dauermedikamenteneinnahme zu behandeln.

Hippokrates sagte: „Die Natur heilt die Krankheit, und die Medizin ist die Kunst, die Vorgangsweise der Natur zu imitieren“. Im Gegensatz zu der herrschenden Chemo-Medizin geht die Naturheilmethode auf den Grund des Übels. Dieser Grund ist fast immer ein Hygienefehler, und zu 90% auf falsche Ernährung zurückzuführen.

Das Kaloriensystem hat sich als Irrtum erwiesen. Nicht die Nahrungsmenge allein ist wichtig, sondern die Qualität, die Proportionen und die Ausgewogenheit je nach Körpergewicht.

Unser Lebensstil kann oft nur mehr unter dem Suchtaspekt betrachtet werden. Neben dem sattsam bekannten Suchtformen wie Missbrauch von Alkohol und Zigaretten sowie Fresslust, finden wir suchtartige Formen im Umgang mit Auto, Moped, Fernseher, Medikamenten sowie die allgemeine Konsumsucht und den Raubbau am eigenen Körper durch Fehlarbeit, ein Zuviel an Arbeit, oder nicht angepasster Arbeit. Alle diese Suchtformen können in mannigfaltige Erscheinungen körperlicher und seelischer Erkrankungen münden. Tod und Verkrüppelung als Folgen des Straßenverkehrs werden stillschweigend in Kauf genommen zur Befriedigung der Geschwindigkeitssucht, Stoffwechselkrankheiten und jahrzehnte-langes Siechtum werden als Folgen unserer Ernährungskultur achselzuckend zur Kenntnis genommen. Hier liegen auch die groben Ansatzpunkte für die Lösung.

In einer auf ständiges Wachstum programmierten Gesellschaft müssen neuorientier-ende Gegengewichte geschaffen werden in Form von einfachen, überschaubaren Lebensabläufen in Harmonie mit sich selbst, den Mitmenschen und der Umwelt und in Form von Abkehr von den suchterzeugenden Konsummechanismen unserer Zeit.

Wir fordern

von den gesetzgebenden Körperschaften, der Erhaltung der Gesundheit ebenso Gewicht zu verleihen wie der Behandlung der Krankheit. Wir fordern deshalb eine Neuorientierung der Heilberufe und ihre Ausbildung auf Gesunderhaltung hin und eine stärkere Einbeziehung von medizinischen Hilfsberufen in die Gesundheitsfürsorge.

Das Recht der Kranken, Herr ihres eigenen Körpers zu sein. Speziell im Krankenhaus, durch:

Aufklärung (wahrheitsgetreu) über seine Krankheit und über die mögliche Pflege, über die Risiken und Heilungsmöglichkeiten dieser Pflege.
Gespräch über die Gründe. Gemeinsame Suche nach den Gründen.
Zustimmung der Kranken zur Therapie.

Wir fordern eine Dezentralisierung des Gesundheitswesens, einen Abbau der Spitalshierarchie und der Privilegien der Ärzte.

Wir fordern verstärkte Information über eine umfassende Lebenshygiene, die in den meisten Fällen von einzelnen selbst erlernt und praktiziert werden kann und nicht in die sterile Innenwelt der Spitäler delegierte werden muss. Eine solche Lebenshygiene ist Ausdruck und Bestandteil eines neuen Lebensstils.

Von der Nahrungsmittelindustrie fordern wir:

Die Bekanntgabe der Zusammensetzung der Nahrungsmittel und ihrer chemischen Zusätze (Farbstoffe, Konservierungsmittel).
Eine deutlich sichtbare Bekanntgabe über schädliche Nebenwirkungen (Tabakwaren, Süßwaren etc.).

Bei landwirtschaftlichen Produkten fordern wir:

Die Angabe der Kulturart (chemisch oder biologisch)
Bei Fleisch die Angabe der Futterzusätze und der Art der Tierhaltung.

Allgemein fordern wir eine verstärkte Information über Möglichkeiten und Chancen des biologischen Landbaues, weil dafür ein starkes Interesse zu verzeichnen ist. Das Umsteigen von der herkömmlichen Landwirtschaft zum biologischen Landbau sollte vom Staat gefördert und subventioniert werden.

Wir fordern ein radiökologisches Gutachten für das Tullnerfeld – falls Zwentendorf in Betrieb gehen sollte – und zwar von unabhängigen Wissenschaftern. Dieses Gutachten muss in der Öffentlichkeit diskutiert werden.

Zusammenfassend fordern wir eine Abkehr von krankmachenden Wachstums-fetischischmus und eine Hinwendung zu einem ökologisch orientierten Wachstum.